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  15.07.2009
15.07.2009



Unfallversicherungspflicht bei den Berufsgenossenschaften


Derzeit existieren 21 gewerbliche Berufsgenossenschaften, die nach Branchen gegliedert sind. Je nach Art Ihrer Unternehmenstätigkeit sind Sie der einen oder der anderen Berufsgenossenschaft zuzuordnen. Es werden drei Versicherungspflichten unterschieden:

Pflichtversicherung Ihrer Mitarbeiter:

Sie sind verpflichtet Ihre Mitarbeiter bei den Berufsgenossenschaften gegen Arbeitsunfälle zu versichern. Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich dabei nach den jährlichen Brutto-Lohnsummen und nach der festgestellten Gefahrenklasse. Die Lohnsummen werden jährlich durch uns zur Beitragserhebung elektronisch an die jeweiligen Berufsgenossenschaften gemeldet.

Freiwillige Versicherung für Sie als Unternehmer:
Für Sie als Unternehmer besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung bei der Berufsgenossenschaft. Dieses ist die übliche Regelung kraft Gesetzes. Die Verwaltungsberufsgenossenschaft (die beispielsweise für Unternehmensberater, Rechtsanwälte oder Architekten zuständig ist) stellt es den Unternehmern in der Regel frei sich versichern zu lassen.

Wünschen Sie eine solche freiwillige Versicherung sollten Sie sich mit der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft in Verbindung setzen und dort die Beitragshöhe sowie die daraus resultierenden möglichen Versicherungsleistungen erfragen.

Pflichtversicherung für Sie als Unternehmer:
Einige Berufsgenossenschaften bestimmen abweichend zu den obigen Ausführungen zur freiwilligen Versicherung in ihrer Satzung aber, dass auch der Unternehmer selbst versicherungspflichtig ist. Es liegt hier somit eine Pflichtversicherung des Unternehmers vor, die auch nicht durch Kündigung Ihrerseits beendet werden kann.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Unternehmer diese Regelung nicht kennen und somit über die entsprechenden Versicherungsleistungen nicht informiert sind und diese mit der Berufsgenossenschaft auch nicht abrechnen. Bitte halten Sie in einem solchen Fall Rücksprache mit der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft. Eine Berufsgenossenschaft, die den Unternehmer mit in die Versicherungspflicht einbezieht ist z. B. die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (Sparte Einzelhandel) und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

WICHTIG
In letzter Zeit ist es häufig vorgekommen, dass die Berufsgenossenschaften die eine freiwillige Versicherung des Unternehmers anbieten zunächst Beitragsbescheide für eine freiwillige Versicherung an den Unternehmer versenden ohne ihn gefragt zu haben, ob er überhaupt versichert werden möchte oder nicht. In den Erläuterungen zu dem Beitragsbescheid wird dann darauf hingewiesen, dass man gegen den Bescheid innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen kann ansonsten aber die freiwillige Versicherung annimmt.

Die Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmer diesen versteckten Hinweis nicht lesen und auch nicht erkennen, dass es sich hierbei um den Beitragsbescheid für eine freiwillige Versicherung des Unternehmers handelt, da diese genauso aussehen wie diejenigen Bescheide, die Sie für Ihre Mitarbeiter bekommen.

Wir raten Ihnen daher dringend jegliche Korrespondenz der Berufsgenossenschaften genauestens zu lesen und die Richtigkeit zu überprüfen.

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