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  16.04.2016
16.04.2016



Vertragliche Kaufpreisaufteilung zwischen Grundstück und Gebäude

Der BFH hat mit Urteil vom 16.09.2016 entschieden, dass die von den Parteien im Kaufvertrag vorgenommene Aufteilung des Kaufpreises zwischen Gebäude und Grundstück grundsätzlich auch der Berechnung der Abschreibung für das Gebäude zugrunde zu legen ist. Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Kaufpreisaufteilung nur zum Schein getroffen wurde, einen Gestaltungsmissbrauch darstellt oder nach den Umständen des Einzelfalls davon auszugehen ist, dass die vertragliche Kaufpreisaufteilung „die realen Wertverhältnisse in grundsätzlicher Weise verfehlt und wirtschaftlich nicht mehr haltbar erscheint“. In dem entschiedenen Fall hatten die Parteien in einem notariellen Kaufvertrag über zwei Eigentumswohnungen vereinbart, dass ca. 60% des Kaufpreises auf das Gebäude und ca. 40% auf das Grundstück entfallen. Das Finanzamt ermittelte hingegen den Gebäudewertanteil nur mit 47% und kürzte die Abschreibung für das Gebäude. Die hiergegen gerichtete Klage war erfolgreich. Zur Begründung hat der BFH ausgeführt, dass die im Kaufvertrag vorgenommene Kaufpreisaufteilung grundsätzlich auch der Besteuerung zugrunde zu legen sei. Dies gelte selbst dann, wenn der Käufer durch eine entsprechende Aufteilung des Kaufpreises die Möglichkeit einer für ihn günstigen Steuergestaltung ausnutze.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie stets darauf achten, dass bei einer für den Käufer günstigen Aufteilung des Kaufpreises zwischen Gebäude und Grundstück möglichst alle maßgeblichen Einzelfallumstände detailliert (idealer Weise schon im Vertrag) aufgezählt werden und die Kaufpreisaufteilung sich hieran auch orientiert. Zudem besteht insoweit zumindest ein gewisser Gestaltungsspielraum.


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Installation von Photovoltaikanlagen- Haftungsrisiken ab Herstellungszeitraum 2016

Entscheiden Sie sich für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Ihres Eigenheims und speisen einen Teil des erzeugten Stroms gegen Vergütung ins Netz eines Energieunternehmens, sind Sie in den Augen des Finanzamts ein Gewerbetreibender, was zu speziellen steuerlichen Verpflichtungen führt. Eine neue Verpflichtung ist der Einbehalt der Bauabzugsteuer, die Sie seit 01.01.2016 vom Rechnungsbetrag einbehalten müssen. Demnach sind Sie verpflichtet für Bauleistungen (wie z. B. die der Herstellung, Instandsetzung oder Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken) eine 15%ige Bauabzugsteuer einzubehalten und ans Finanzamt abzuführen. Die Verpflichtung zum Einbehalt und zur Abführung der Bauabzugsteuer und damit das Haftungsrisiko lassen sich jedoch vermeiden indem Sie eine Freistellungsbescheinigung von der Bauabzugsteuer von dem Handwerker anfordern. Der Handwerker bekommt diese Bescheinigung von seinem Finanzamt ausgestellt. Das Finanzamt bescheinigt ihm hier, dass er seinen steuerlichen Pflichten nachkommt und dass es keiner Sicherstellung der Besteuerung der Bauleistungen im Sinn der Bauabzugsteuer bedarf.

Tip!
Die Freistellungsbescheinigung sollte stets direkt vor Bezahlung der Rechnung angefordert werden und nicht bereits bei Beauftragung des Handwerkers. Denn es muss eine im Zeitpunkt der Zahlung gültige Bescheinigung vorliegen!

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Kein Vorsteuerabzug bei ungenügender Leistungsbeschreibung

Rechnungen berechtigen nur dann zum Vorsteuerabzug, wenn diese alle erforderlichen Angaben enthalten. So muss u. a. die erbrachte Leistung bezeichnet sein. Es ist allerdings nicht zwingend notwendig, dass alle erforderlichen Rechnungsangaben in der Rechnung selbst aufgeführt sind, vielmehr kann insoweit auch auf andere Dokumente verwiesen werden (z. B. Liederschein). Werden in einer Rechnung die erbrachten Leistungen nicht bezeichnet, sondern wird stattdessen auf andere Geschäftsunterlagen Bezug genommen, muss allerdings nach einer neuen rechtskräftigen Entscheidung des Finanzgerichts diese Bezugnahme eindeutig sein und sich auf schriftliche Vereinbarungen beziehen. Die Angabe „gemäß unserer Vereinbarung“ stelle eine ungenügende Bezugnahme dar und bewirke mangels Nachprüfbarkeit der konkret erbrachten Leistungen den Verlust des Vorsteuerabzugsrechts.

Sie sollten daher Eingangsrechnungen sehr sorgfältig daraufhin prüfen, ob diese den gesetzlichen Anforderungen genügen. Ansonsten sollte beim Rechnungsaussteller umgehend eine berichtigte Rechnung angefordert werde. Eine eventuell notwendige Rechnungsberichtigung bzw. Rechnungsergänzung kann nur der Aussteller der Rechnung vornehmen. Zwingend sind möglichst exakte Leistungsbeschreibungen. Wird auf andere Dokumente Bezug genommen, so muss dieser Verweis eindeutig sein. Auch sind diese anderen Dokumente dann zusammen mit der Rechnung aufzubewahren.

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