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  16.05.2011
16.05.2011





Tankkarten, Benzin- und Geschenkgutscheine:
     Die neue Sichtweise des BFH!
     


In gleich 5 Entscheidungen hat der BFH seine neue Sichtweise zur lohnsteuerlichen Behandlung von Tankkarten, Benzin- und Geschenkgutscheinen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer dargestellt und der bisherigen negativen Auslegung der Finanzverwaltung eine Absage erteilt. Daher können Sie die sich hieraus ergebenden Vorteile ab sofort nutzen.
 
Bisher wurden Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer z. B. in Form von Gutscheinen stets als Barlohn und nicht als Sachbezug qualifiziert, so dass der für Sachbezüge geltende Freibetrag in Höhe von 44,00 Euro pro Monat nicht zum tragen kam und der Arbeitnehmer den Erhalt des Gutscheins als geldwerten Vorteil im Rahmen seiner Lohnabrechnung zu versteuern hatte. Nach der neuen Sichtweise des BFH ist zur Beurteilung ob Sachlohn vorliegt oder nicht nun aber lediglich entscheidend, ob der Arbeitnehmer diese Zuwendung aufgrund einer arbeitsvertraglichen Regelung erhält oder nicht - also im Umkehrschuluss ob er anstatt der Hingabe in Form von Gütern auch die Hingabe von Geld verlangen kann. An folgenden Beispielen wird Ihnen aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich nun für Sie durch diese neue Sichtweise ergeben:
 
Beispiel 1:
Sie schenken Ihrem Arbeitnehmer einen Gutschein einer Einzelhandelskette im Wert von 35,00 Euro. Bisher musste der Mitarbeiter diesen geldwerten Vorteil versteuern, da ein Gutschein ohne zuvor bestimmte Verwendungsvorgabe als Barlohn gewertet wurde. Nach der neuen Sichtweise handelt es sich allerdings um einen Sachbezug der, da er die Grenze von 44,00 Euro nicht überschreitet, steuer- und sozialversicherungsfrei vom Arbeitnehmer entgegengenommen werden darf.  
 
Beispiel 2:
Ihr Mitarbeiter erhält von Ihnen einen Gutschein bei einer Tankstelle seiner Wahl 30l Treibstoff zu tanken. Die Kosten hierfür lässt er sich nachher von Ihnen erstatten. Bisher wurde diese Konstellation als Barlohn gewertet, da die Treibstoffart und der zu tankende Betrag nicht angegeben waren. Nach der neuen Sichtweise spilet dies allerdings keine Rolle mehr, so dass im vorliegenden Fall ein steuer- und sozialversicherungsfreier Sachbezug vorliegt solange der sich aus dem Tanken ergebende Betrag die Grenze von 44,00 Euro nicht überschreitet.
 
Beispiel 3:
Sie verpflichten sich gegenüber dem Arbeitnehmer Zusatzleistungen in Form eines regelmäßigen Gutscheins-, Waren- oder Dienstleistungsbezugs nach Wunsch des Arbeitnehmer im Wert von 44,00 Euro zu erbringen. Für diesen Fall hat der Arbeitnehmer das Recht an einer bestimmten Tankstelle aus allen Warengruppen (also auch Zeitungen, Lebensmittel, Zigaretten, etc.) der Tankstelle Güter im Wert von bis zu 44,00 Euro auf Rechnung des Arbeitgeber zu beziehen. Da auch hier nach neuer Sichtweise keine Anhaltspunkte dafür vorlagen, dass der Arbeitnehmer statt der Güter auch eine Geldleistung verlangen kann, handelt es sich für den Arbeitnehmer wieder um einen steuer- und sozialversicherungsfreien Sachbezug.


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