Aktuelles
 
Rausch Steuerberatung
Fuldastraße 16
47051 Duisburg
+49 203 73 95 00
Mitglied der

  16.08.2006
16.08.2006

Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen und zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung:
  • Die Steuerermäßigung auf Handwerkerleistungen wird ab 2006 auf Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen erweitert. Handwerkerleistungen für selbstgenutzten Wohnraum können künftig in Höhe von 20% der Aufwendungen (max. 600,00 Euro pro Jahr) als Steuerermäßigungsbetrag direkt von der zu zahlenden Einkommensteuer abgezogen werden. Dies gilt für alle handwerklichen Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten am Haus, in der Wohnung und auf dem Grundstück. Berücksichtigt werden allerdings nur die Arbeits-, nicht die Materialkosten. Es ist daher darauf zu achten, dass zukünftig mit Handwerkern kein Pauschalpreis mehr vereinbart wird, sondern Arbeits- und Materialkosten getrennt voneinander in der Rechnung aufgeführt werden. Die Aufwendungen müssen durch eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers belegmäßig nachgewiesen werden.
    Auch die Betreuung von Familienangehörigen wird seit dem 01.01.2006 stärker steuerlich gefördert. Haushaltsnahe Dienstleistungen zur Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Personen können ebenfalls in Höhe von 20% der Kosten (max. 1.200,00 Euro pro Jahr) geltend gemacht werden.

  • Kinderbetreungskosten können zukünftig zu 2/3 der Aufwendungen (max. 4.000,00 Euro pro Kind) als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden. Das gilt für berufstätige Alleinerziehende und Eltern, die beide erwerbstätig sind. Das betreute Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sind die Voraussetzungen für den Betriebsausgaben- oder Werbungskostenabzug nicht erfüllt, können Kinderbetreuungskosten für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren nur als Sonderausgaben ebenfalls zu 2/3 der Aufwendungen (max. 4.000,00 Euro) abgezogen werden. Die Aufwendungen dürfen nicht für Unterricht, für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten und andere Freizeitbeschäftigungen entstanden sein. Die Aufwendungen müssen durch eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers belegmäßig nachgewiesen werden.

  • Die Besteuerung der Privatnutzung von Fahrzeugen mit der 1%-Regelung ist ab 2006 nur noch bei einer beruflichen Nutzung von über 50% möglich. Zu den 50% zählen alle Fahrten, die in einem tatsächlichen oder wirtschaftlichem Zusammenhang mit dem Betrieb stehen sowie die Strecke zwischen Wohnung und Betrieb. Das BMF hat sich nun über den Nachweis der betrieblichen Nutzung dahingehend geäußert, dass grundsätzlich der Nachweis über eine mindestens 50%-ige Nutzung in jeder geeigneten Form erfolgen kann, wie etwa über die Eintragungen im Terminkalender, Reisekostenabrechnungen und dergleichen. Alternativ darf die Nutzung für einen repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten durch formlose Aufzeichnungen (nicht gekoppelt an die strengen Voraussetzungen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuches) ermittelt werden. Eine ausreichende betriebliche Nutzung wird generell und ohne weitere Erläuterung bereits angenommen, wenn die Fahrten Wohnung in den Betrieb mehr als 50% der Nutzung ausmachen. Bei berufstypischer Reisetätigkeit kann der Nachweis ganz entfallen. Das gilt etwa für Taxiunternehmen, Handelsvertreter, Bauhandwerker und Landtierärzte. Befinden sich im betriebsvermögen dagegen mehrere Fahrzeuge gilt dies nur für das Fahrzeug mit der höchsten Kilometerleistung. Ein einmal erbrachter Nachweis gilt auch für die Folgejahre, wenn sich keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Keine Nachweise sind erforderlich in den Fällen, in denen ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Fahrzeug zur privaten nutzung

  • Die degressive Abschreibung wird bei Anschaffungen in 2006 und 2007 auf 30 Prozent erhöht.

Haushaltsbegleitgesetz 2006:
  • Der allgemeine Umsatzsteuersatz wird ab dem 01.01.2007 von 16% auf 19% angehoben.

  • Der pauschale Abgabensatz für geringfügig Beschäftigte ist seit dem 01.07.2006 von 25 auf 30 Prozent gestiegen. Nun sind für jedes geringfügige Beschäftigungsverhältnis 15% Rentenversicherung, 13% Krankenversicherung und 2% pauschale Lohnsteuer an die Bundesknappschaft abzuführen. Die Abgaben für einen 400,00 Euro Job erhöhen sich somit von monatlich 100,00 Euro auf 120,00 Euro. Mini-Jobs in Privathaushalten sind von der Erhöhung ausgenommen. Das bedeutet, dass es für einen Arbeitgeber zukünftig sinnvoller sein kann, statt einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis ein Teilzeitbeschäftigungsverhältnis abzuschließen, da die Abgabenbelastung hier geringer ist. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 4,5% statt zuvor 6,5% gesenkt wird.  

Steueränderungsgesetz 2007:
  • Einführung der sogenannten "Reichensteuer" in Höhe von 3%. Bei der Einkommensteuer wird der Tarif für Einkommen über 250.000,00 Euro bei Ledigen bzw. 500.000,00 Euro bei Verheirateten von derzeit 42% auf 45% erhöht.

  • Absenkung der Altersgrenze für die Gewährung von Kindergeld bzw. kindbedingten Freibeträgen nur noch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.Das gilt für Kinder ab dem Geburtsjahrgang 1983.

  • Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers nur noch dann, wenn es sich um den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit handelt. Damit sind diese Kosten grundsätzlich nicht mehr absetzbar, auch soweit es derzeit noch im Rahmen von 1.250,00 Euro jährlich möglich ist. Weiterhin vollabzugsfähig bleiben Aufwendungen für Arbeitsmittel, die nicht zur Ausstattung des Arbeitszimmers gehören wie z.B. Schreibtisch, Schreibtischlampe etc.

  • Absenkung des Sparerfreibetrages auf 750,00 Euro pro Person.

  • Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung sind nur noch ab dem 21. Entfernungskilometer berücksichtigungsfähig.

Weitere Informationen:
  • Ab dem 01.02.2006 besteht die Möglichkeit sich auf Antrag freiwillig in der Arbeitslosenversicherung weiterzuversichern. Diesen Antrag können Selbständige, Pflegepersonen (die Angehörige der Pflegestufe I bis III wöchentlich pflegen) oder Arbeitnehmer (die eine Beschäftigung im Ausland außerhalb der EU ausüben) stellen. Folgende Voraussetzungen müssen dabei erfüllt sein: Der Antragsteller muss innerhalb der letzten  24 Monate vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit 12 Monate in der Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig gewesen sein oder Arbeitslosengeld etc. bezogen haben. Keine Rolle spielt, ob es sich um ein durchgehend versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis gehandelt hat oder ob einzelne Beschäftigungen lediglich zusammengerechnet werden. Weiterhin darf die Zeit zwischen der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit und dem vorherigen Versicherungspflichtverhältnis nicht mehr als einen Monat betragen. Der erstmalige Antrag kann nur bis zum 31.12.2006 gestellt werden. Ab dem Jahr 2007 ist eine freiwiliige Versicherung nur möglich, wenn der Antrag innerhalb der ersten 6 Monate der Selbständigkeit eingeht. Die Höhe der Beiträge ist unabhängig vom individuellen Einkommen und beträgt für Pflegepersonen im Jahr 2006 monatlich 15,93 Euro (alte Bundesländer) bzw. 13,42 Euro (neue Bundesländer) und für Selbständige monatlich 39,81 Euro (alte Bundesländer) bzw. 33,56 Euro (neue Bundesländer).

  • Arbeitnehmer und Auszubildende müssen sich seit dem 01. Januar 2006 mindestens 3 Monate vor Beendigung des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses arbeitslos melden. Meldet sich ein Arbeitnehmer verspätet arbeitslos, droht ihm  nicht mehr eine Kürzung des Leistungsanspruchs, sondern eine Sperrzeit. Erfährt der Beschäftigte so spät von seiner Kündigung, dass er die Frist nicht einhalten kann, muss er die Agentur für Arbeit innerhalb von 3 Tagen nach  Kenntnis seiner Kündigung benachrichtigen.


   
design by CUATRO   |   cms by spirito   |   impressum