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  18.03.2013
18.03.2013


Bilanzierung- Ausgewählte Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften:

Kapitalgesellschaften in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung (UG), Kommanditgesellschaft (KG), Aktiengesellschaft (AG) oder auch Personengesellschaften ohne vollhaftende natürliche Person (GmbH & Co. KG) unterliegen strengen Anforderungen bezüglich der Rechnungslegung. Ebenfalls sind diese Gesellschaften verpflichtet einen Jahresabschluss zu erstellen, welcher bestimmte Kriterien erfüllen und im Elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht werden muss. Durch die neue EU-Micro-Richtlinie sind nun Entlastungen bei kleinen Kapitalgesellschaften möglich. Begünstigt werden über das daraus resultierende Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzierungsänderungsgesetz in Deutschland rund 500.000 Kapitalgesellschaften. Diese dürfen an zwei aufeinander folgenden Abschlussstichtagen, zwei der drei nachfolgenden Merkmale nicht überschreiten um diese Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können:

   • Umsatzerlöse bis 700.000,00 Euro
   • Bilanzsumme bis 350.000,00 Euro
   • Durchschnittliche Zahl beschäftigter Arbeitnehmer bis 10

Von der Regelung betroffene Unternehmen können auf die Erstellung eines Anhangs zum Jahresabschluss verzichten, wenn etwaige Haftungsverhältnisse unter der Bilanz ausgewiesen werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung kann verschiedene Positionen innerhalb der Sammelposten sonstige Erträge oder sonstige Aufwendungen zusammenfassen. Und sie können wählen, ob die Offenlegungspflicht durch Veröffentlichung oder Hinterlegung des Jahresabschlusses erfüllt wird. Die Daten müssen unabhängig von der Offenlegungsart wie bisher elektronisch eingereicht werden. Im Fall der Hinterlegung können Dritte die Bilanz nicht mehr im Internet einsehen, sondern nur kostenpflichtig und nur auf Antrag eine Kopie der Bilanzdaten erhalten. Die Neuregelung gilt für alle Wirtschaftsjahre, deren Abschlussstichtag nach dem 30.12.2012 liegt. Entspricht das Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr, sind die Erleichterungen also erstmals für den Jahresabschluss des Jahres 2012 anzuwenden.

Abschließend gesagt, bringt die Reform nur eine geringe Kosten- und Arbeitsentlastung. Denn für steuerliche Zwecke müssen die Sammelposten trotzdem wie bisher detailliert gebucht werden. Allerdings führt die Hinterlegung der Bilanzdaten wohl dazu, dass Dritte nur bei geschäftlichem Interesse die Kosten einer Einsichtnahme tragen und nicht nur aus Neugierde schauen werden, wie denn die Bilanz des konkurrierenden Marktteilnehmers aussieht.


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