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  18.06.2013
18.06.2013



Gesetz zur Änderung und Vereinfachung des steuerlichen Reisekostenrechts

Der Bundesrat hat am 01.02.2013 das "Gesetz zur Änderung und Vereinfachung des steuerlichen Reisekostenrechts" verabschiedet. Die darin getroffenen Neuregelungen treten ab dem 01.01.2014 in Kraft. Nachfolgend möchten wir Ihnen bereits vorab die wichtigsten Neuregelungen in einem kurzen Überblick erläutern.

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„Erste Tätigkeitsstätte“ statt „Regelmäßiger Arbeitsstätte“

Mit der Neuregelung verschwindet der Begriff „ regelmäßige Arbeitsstätte“ und wird durch den Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“ ersetzt. Dies bedeutet, dass für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte die Entfernungspauschale pro Entfernungskilometer abzurechnen ist. Für alle weiteren beruflich veranlassten Fahrten sind die tatsächlichen Kosten bzw. die pauschalen Kilometersätze pro gefahrenen Kilometer anzusetzen. Die Zuordnung der ersten Tätigkeitsstätte erfolgt vorrangig durch arbeits- und dienstrechtliche Festlegung. Diese wird z. B. im Arbeitsvertrag oder nach Absprache und Weisung durch den Arbeitgeber festgelegt. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass es pro Dienstverhältnis nur eine erste Tätigkeitsstätte geben kann. Wird ein Arbeitnehmer an mehreren verschiedenen Tätigkeitsstätten eingesetzt, so bestimmt der Arbeitgeber, welche davon die erste Tätigkeitsstätte ist. Sollte keine Festlegung erfolgen ist die erste Tätigkeitsstelle die, die der Wohnung des Arbeitnehmers am nächsten liegt. Auch eine Einrichtung bei einem Kunden ist nun als erste Tätigkeitsstätte zu qualifizieren, wenn diese dauerhaft aufgesucht wird. Das häusliche Arbeitszimmer eines Arbeitnehmers ist dagegen keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers und kann daher auch nie erste Tätigkeitsstätte sein.

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Verpflegungsmehraufwendungen

Ab 2014 gilt bei den Verpflegungsmehraufwendungen eine zweistufige statt der bisher geltenden dreistufigen Staffelung. Künftig betragen die Pauschbeträge für die Verpflegungsmehraufwendungen:

- bei einer Abwesenheit von 8-24 Stunden 12,00 Euro
- bei einer Abwesenheit von 24 Stunden 24,00 Euro

Die Pauschale von 6,00 Euro fällt somit ersatzlos weg. Dies stellt insbesondere für die Berufsgruppe der vorwiegend auswärts tätigen Arbeitnehmer (z. B. Handwerker, Außendienstmitarbeiter, Kurierfahrer) eine Erleichterung dar. Der maximale Zeitraum für den Verpflegungsmehraufwendungen pro Einsatzort geltend gemacht werden können verbleibt bei 3 Monaten. Künftig führt allerdings eine zeitliche Unterbrechung von 4 Wochen (unabhängig vom Anlass) zu einem Neubeginn der Berechnung der Dreimonatsfrist. Dies schließt somit neuerdings auch urlaubs- sowie krankheitsbedingte Unterbrechungstage mit ein, die bislang nicht berücksichtigt werden durften. Der An- und Abreisetag bei mehrtägiger Abwesenheit mit Übernachtung wird zudem nun auch ohne Vorgaben über die Abwesenheit mit 12,00 Euro berücksichtigt.

Beispiel 1:
Der Arbeitnehmer ist von Mittwoch bis Freitag dienstlich unterwegs und übernachtet auch dort. Er kann für den Anreise- und Abreisetag jeweils die Pauschale in Höhe von 12,00 Euro ansetzen und für den Donnerstag die Pauschale in Höhe von 24,00 Euro. Auf die konkrete Abwesenheitszeit an den jeweiligen Tagen kommt es nicht mehr an.

Beispiel 2:
Der Arbeitnehmer beginnt die Dienstreise am ersten Tag um 17:00 Uhr und beendet die Dienstreise 11 Stunden später am nächsten Tag um 4:00 Uhr. Der Arbeitnehmer kann für den ersten Tag der Abwesenheit 12,00 Euro ansetzen, da er an diesem Tag den überwiegenden Teil der insgesamt mehr als 8 Stunden abwesend war. Für den zweiten Tag kann er keine Pauschale ansetzen. Nach der alten Regelung hätte der Arbeitnehmer für keinen Tag eine Pauschale ansetzen können, da er an keinem Tag mindestens 8 Stunden abwesend war.

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Unterkunftskosten

Beruflich veranlasste Unterkunftskosten an ein- und derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte sind 48 Monate lang unbeschränkt steuerfrei ersetzbar oder als Werbungskosten abzugsfähig. Anschließend werden sie nur noch bis zu einer Höhe der vergleichbaren Aufwendungen im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung berücksichtigt (siehe unten).

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Doppelte Haushaltsführung

Als Unterkunftskosten können die tatsächlich entstehenden Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden – maximal jedoch 1.000,00 Euro pro Monat. Dieser Betrag umfasst alle Kosten, die mit der Wohnung zusammenhängen wie Miete, Nebenkosten, Gebühren für Stell- oder Tiefgaragenplätze etc. Dafür entfällt im Gegenzug die Vorgabe, dass eine angemietete Wohnung im Rahmen der doppelten Haushaltsführung die Größe von 60qm nicht überschreiten sollte.

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