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  18.07.2011
18.07.2011





Bewertung der mit einem Dienstwagen vorgenommenen Fahrten
     Wohnung-Arbeitsstätte bei nur gelegentlicher Nutzung


In der Vergangenheit hatte derjenige Arbeitnehmer der seinen Dienstwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzte und kein Fahrtenbuch für diese unentgeltliche Überlassung führte 0,03% des Bruttolistenpreises des Dienstwagens multipliziert mit der Anzahl der Arbeitstage pauschal über die Lohnabrechnung zu versteuern. Dies führte insbesondere bei Arbeitnehmern, die Ihren Dienstwagen nur gelegentlich für solche Fahrten nutzten, zu entsprechenden Nachteilen.
 

Ab 2011 kann der Arbeitgeber in Zusammenarbeit mit dem Arbeitnehmer nun die Berechnungsgrundlage auf zwei unterschiedliche Arten (nämlich Einzelbewertung oder 0,03% Regelung) festlegen. Der Wechsel zur Einzelbewertung führt dann zu einem Vorteil, wenn der Dienstwagen an weniger als 180 Tagen im Jahr für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genutzt wurde. Ein Nachteil kann sich nicht ergeben, da bei der Einzelbewertung mehr als 180 Tage nicht angesetzt werden dürfen. Hier hat der Arbeitgeber eine Begrenzung durchzuführen.
 
Beispiel 1:
Arbeitnehmer A nutzt seinen Dienstwagen (Bruttolistenpreis 40.000,00 Euro) an 120 Tagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Die einfache Entfernung beträgt 50km. Die Berechnungsformel für die 0,03% Regel lautet 40.000,00 Euro x 0,03% x 12 Monate x 50km = 7.200,00 Euro. Die Berechnungsformel für die Einzelbewertung lautet 40.000,00 Euro x 0,002% x 120 Tage x 50km = 4.800,00 Euro. Somit ergibt sich im Jahr bei der Einzelbewertung für den Arbeitnehmer ein Vorteil in Höhe von 2.400,00 Euro.
 
Beispiel 2:
Gleiche Vorgaben wie oben nur dass der Arbeitnehmer den Dienstwagen an 180 Tagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzt. Die Berechnungsformel für die 0,03% Regel lautet 40.000,00 Euro x 0,03% x 12 Monate x 50km = 7.200,00 Euro. Die Berechnungsformel für die Einzelbewertung lautet 40.000,00 Euro x 0,002% x 180 Tage x 50km = 7.200,00 Euro. Somit ergibt sich bei einem Ansatz von 180 Tagen stets das gleiche Ergebnis bei beiden Varianten.
 
Die Entscheidung gilt jeweils für ein Kalenderjahr und kann innerhalb dessen nicht geändert werden. Eine Ausnahme gilt nur für 2011 da hier die geänderte Rechtsprechung erst eingeführt wurde. Wurde in 2011 bisher die 0,03% Regelung angewandt, kann nun während des Kalenderjahres 2011 zur Einzelbewertung gewechselt werden. Ein erneuter Wechsel zurück könnte dann aber erst wieder zu Beginn des Jahres 2012 stattfinden. Die Anwendung der Einzelbewertung ist an folgende Voraussetzungen geknüpft:
  • Der Arbeitnehmer muss monatlich schriftlich erklären, an welchen Tagen (mit Datumsangabe) er den Dienstwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genutzt hat.
  • Diese Erklärung ist den Lohnunterlagen des Arbeitnehmers beizufügen und durch den Arbeitgeber aufzubewahren.
  • Bei der Überlassung von mehreren Fahrzeugen ist eine fahrzeugbezogene Ermittlung vorzunehmen. 


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