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  20.02.2009
20.02.2009





Steuergestaltung mit Hilfe des Investitionsabzugsbetrages

Seit 2007 wurde die damalige Ansparabschreibung durch den neuen sog. Investitionsabzugsbetrag ersetzt. Unter bestimmten Größenkriterien haben kleinere Unternehmen die Möglichkeit, Aufwand für die zukünftige Anschaffung von Wirtschaftsgütern vor zu verlagern. Insofern entsteht in dem Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbetrages eine geringere Steuerlast, die für die zukünftige Anschaffung eines bestimmten Wirtschaftsgutes verwendet werden kann.

Begünstigt sind nur bewegliche Wirtschaftsgüter (keine unbeweglichen wie Immobilien) unabhängig davon, ob sie gebraucht oder neu erworben werden. Eine weitere Voraussetzung zur Bildung des Investitionsabzugsbetrages ist die sog. Nutzungsvoraussetzung. Demzufolge muss das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr zu mindestens 90% betrieblich genutzt werden. Dieses stellt sich vor allem bei einer beabsichtigten Anschaffung eines PKW´s als oftmals schwierig heraus. Häufig wird der PKW nur zu weniger als 90% betrieblich genutzt, weil die private Nutzung die Grenze von 10% übersteigt. Das Nutzungsverhältnis kann in solchen Fällen nur mit Hilfe eines Fahrtenbuches nachgewiesen werden.

Der Investitionsabzugsbetrag beträgt bis zu 40% der voraussichtlichen Anschaffungskosten des anzuschaffenden Wirtschaftsgutes. Dieser Betrag mindert Ihren steuerlichen Gewinn, der die Bemessungsgrundlage z. B. für die Einkommensteuer und Gewerbesteuer ist.

Beispiel:
Der Unternehmer U plant die Anschaffung einer Maschine Anfang des Jahres 2010. Durch die Vorlage eines eingeholten Angebotes im Jahr 2009 muss der Unternehmer mit voraussichtlichen Anschaffungskosten in Höhe von 80.000 Euro rechnen. Im Jahr 2009 setzt er hierfür einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 32.000 Euro (80.000 Euro x 40%) an. Sein Gewinn im Jahr 2009 beträgt 100.000 Euro. Hiervon wird der ermittelte Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 32.000 Euro abgezogen. Somit ergibt sich nur noch ein steuerpflichtiger Gewinn in Höhe von 68.000 Euro. Auf den mit Hilfe des Investitionsabzugsbetrages vor gelagerten Aufwand in Höhe von 32.000 Euro kann der Unternehmer U bei einem angenommenen Steuersatz von 30% somit 9.600 Euro Einkommensteuer im Jahr 2009 einsparen.

Es ist allerdings zu beachten dass diese Möglichkeit der Steuergestaltung nicht unüberlegt gebraucht werden sollte. Wird im Jahr 2009 (siehe Beispiel) ein Investitionsabzugsbetrag gebildet, so muss das begünstigte Wirtschaftsgut spätestens nach drei Jahren (also spätestens im Jahr 2012) auch tatsächlich angeschafft worden sein. Ist dies nicht der Fall, so sind die bereits ergangenen Steuerbescheide aus dem Jahr 2009 um den berücksichtigen Investitionsabzugsbetrag zu korrigieren – sie werden dem Gewinn dann nachträglich wieder hinzugerechnet. In oben dargestelltem Beispiel müssten daher die 9.600 Euro Einkommensteuer für 2009 wieder zurückgezahlt werden. Darüber hinaus sind auf diesen Betrag noch Zinsen zu entrichten, so dass es sich hier im Gegensatz zur früher geltenden Ansparabschreibung nicht um ein Mittel mit Steuersparpotenzial handelt. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Verschiebung von zu zahlenden Steuern in ein anderes Jahr. Sollten Sie jedoch ernsthaft beabsichtigen in der nahen Zukunft größere Anschaffungen zu tätigen, bietet der Investitionsabzugsbetrag eine ausgezeichnete Möglichkeit um im Vorhinein Rücklagen für den späteren Kauf zu schaffen.
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